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Das Versprechen für heute

„(K)Urlaub“ der besonderen Art – Taido – Winterlehrgang in Hannover

Eine ganz besondere Form des Urlaubs, oder vielleicht sogar „Kurlaubs“ ist der Taido-Winterlehrgang in Hannover.

Kenji Hayashi betreibt in Hannover seit etwa 30 Jahren zusammen mit seiner Frau Ulla ein sehr schönes Dojo. Dort finden außerhalb des normalen Training regelmäßig Lehrgänge mit einer großen Bandbreite an Inhalten statt. Taido – Sotaiho – Misogi u.v.m.

Hier ein Beispiel des Tagesablaufs während des Lehrgangs:

Tagesablauf

8.00   –    9.00 Uhr      Atemübungen, Sotaiho, Meditation
9.00   – 10.00 Uhr      Frühstück (Müsli, Brot, Obst)
anschließend:  gemeinsame Vorbereitungen für das Mittagessen
11.00 – 13.00 Uhr     Taido
13.00 – 14.00 Uhr     Mittagessen (vegetarische Gerichte)
15.30 – 17.45 Uhr     Stock und Schwert, Taido
18.00 – 19.00 Uhr     Abendessen (Brot, Suppe u. a.)
19.20 – 20.30 Uhr     Sotaiho, Meditation, Oberton

Jeder Lehrgang hat sein eigenes Thema. Dieses Jahr stand ein Spruch von Nakamura Tempu Pate:

Das Versprechen des Tages

Das Versprechen desTages
Text von Nakamura Tempu

Eine ältere Übersetzung aus dem japanischen klingt so:

Ohne Ärger, Furcht und Schmerz, aufrichtig, mit gutem Willen und Freude, mit Kraft, Mut und Glauben erfülle ich heute meine Aufgaben des Lebens.

Nie verliere ich den Frieden und die Liebe und lebe lebe als authentisches menschliches Wesen.

All das verspreche ich heute mir selber.

Ein „Kurlaub“ hat seine Wirkung. Man kann sich erholen, Kraft tanken, die Kondition wieder aufbessern, angenehme Gespräche mit netten Leuten führen…

Den Erholungswert kann man vielleicht in dem Bild unten angedeutet sehen. Freudige Bewegung, Spaß, junges Aussehen…

Wie alt ist Ulli?
Kenji und Ulli

Vegetarische Vollverpflegung ist inclusive!

Stilleben
Stilleben zur Mittagszeit

Frühstück, Mittagessen, Abendessen – alles vegetarisch und selbst hergestellt, in hoher Qualität – Herz (oder Magen) was willst du mehr?

Vegetarisches Essen - Taido
Vegetarisches Mittagessen beim Taido-Lehrgang

Hier als Beispiel das Rezept einer typisch japanischen Suppe beim Mittagessen:

Misosuppe – Rezept von Ulla Hayashi

Misosuppe
für ca. 4 Personen

2(3) Mairübchen mit Blättern
¼ Tofu
2 Eier
Miso
(aus Asia-shop oder Bioladen)

Gemüsebrühwürze

Die Mairübchen in Stifte schneiden (ca. 5-8 mm stark).
Die Blätter klein hacken und zur Seite legen.
Das Tofustück in kleine Würfel schneiden.
Wasser für Suppe in einen Topf füllen (für 4 Personen). Etwas Gemüsebrühwürze, den Tofu und die Mairübchenstücke dazugeben und weichkochen (5-10 Min).

Wenn die Rübchenstücke fast weich sind das Miso dazugeben:
Suppenkelle zur Hälfte mit Miso füllen, in der Kelle das Miso mit der Suppenbrühe vermischen und dann zur Suppe geben. Abschmecken, ob es salzig und würzig genug ist, sonst noch mehr Miso dazu geben.

Noch einmal kurz aufkochen lassen, dann die Eier in der Suppe verschlagen und anschließend die gehackten Mairübchenblätter dazu geben. Kurz ziehen lassen und dann genießen.

Nicht bei jedem Lehrgang, aber immer wieder findet eine Gürtelprüfung statt. In diesem Jahr stellte sich Timm aus der Gegend von Heilbronn der DAN-Prüfung. DAN-Prüfung am 31. Dezember um die Mittagszeit! Für uns als Zuschauer war das eine sehr interessante Vorführung, für Timm eine spannende Situation.

Timm erhielt von Kenji den 1. DAN. Einen schöner Jahres-Abschluss.

Timm´s DAN – Prüfung als Abschluss

Timm und Alex
Timm´s DAN – Prüfung – Uke Alexander
Taido-Prüfung
Timm´s DAN – Prüfung – Uke Robert

 

Das Titelbild ist ein Ausschnitt aus dem „neuen“ Rollbild von Kenji. Vermutlich ist es von Katsushika Hokusai. Es stellt einen Shinto-Gläubigen beim Misogi-Ritual unter einem Wasserfall dar.

Bitte auf das Bild klicken – das Bild öffnet sich in einem neuen Tab in einer besseren Qualität.

Misogi - Rollbild vermutlich von Katsushika Hokusai
Misogi – Rollbild vermutlich von Katsushika Hokusai

Sotai (Buch-Auszug)

Diagnostik und Therapie gestörter Bewegungsformen

Die tägliche Gesundheitspflege

Nach allem, was in diesem Buch bisher aus­geführt wurde, sollten sich die Grundregeln zur Wiederherstellung der körperlichen Gesundheit dem Leser vermittelt haben. Einige Störungen des gesunden Körpergefüges sind jedoch kaum zu vermeiden, sie treten weiterhin im Rahmen unserer alltäglichen Ver­richtungen auf. Wenn ein Mensch ständig gegen die natürlichen Bewegungsprinzipien verstößt, wird es ihm nicht gelingen, es in einer Kunstform oder einem Handwerk zur Meister­schaft zu bringen.

Diagnose

Das Vorhandensein von Störungen kann ganz einfach herausgefunden werden, indem man bei den ersten Anzeichen eine einfache Mobilitätsprüfung durchführt. Leichtere Stö­rungen können behoben werden, wenn man sich tagsüber Zeit nimmt, seinen Körper zu beobachten und einige der Sotai-Übungen durchzuführen. Jede Maschine muss regelmä­ßig gewartet werden, wenn sie funktionieren soll und mit dem menschlichen Körper verhält es sich nicht anders. Die Verbesserung und der Erhalt der Gesundheit ist etwas, wofür jeder einzelne selbst verantwortlich ist. Und es ist sicherlich nicht zu viel verlangt, die mühevol­leren Bewegungen herauszufinden und sie durch Bewegungen in die entgegengesetzte Richtung zu ersetzen.

Atmung

Um eine gesunde Atmung zu fördern, sollte man abends vor dem Einschlafen die Bauchat­mung üben. Ein Minimum von zehn tiefen Atemzügen ist zu empfehlen, wobei sich der Bauch von innen nach außen bewegt und man langsam ausatmet. Diese Atmung muss täglich wiederholt werden, bis zwei bis drei Atemzüge pro Minute möglich sind, ohne dass man sich dabei unwohl fühlt.

Ernährung

Die makrobiotische Richt­linie, die die Aufnahme von Gemüsen, Kör­nern und Fleisch im Verhältnis zu den Schnei­dezähnen, Backenzähnen und Eckzähnen empfiehlt, ist eine gute Faustregel.

Wir sollten die alte Weisheit respektieren, die uns lehrt, dass Natur und Mensch ein unteilbares Ganzes sind. Auch unsere Ernäh­rung sollte von diesem Gedanken bestimmt sein. Idealerweise findet jeder selbst für sich heraus, welche Art von Nahrung für ihn am bekömmlichsten ist. Es ist erstaunlich, wie wenig Nahrung ein Mensch tatsächlich braucht, um gesund zu bleiben. Das Wichtigste ist nicht die Menge an Nahrung, sondern wie gut sie gekaut und verdaut wird.

Lebenseinstellung

Die beste Medizin für unsere geistige Gesundheit ist es, wenn wir die Welt positiv und optimistisch betrachten. Es ist möglich, die eigenen Gedanken zu steuern und an angenehme, schöne und erfreuliche Dinge zu denken. Wir sollten dankbar für alles Gute sein, das uns im Leben widerfährt und unserer Freude darüber Ausdruck geben. Es gibt nega­tive Dinge, die sich nicht ändern lassen und es ist nicht sinnvoll, sich darüber zu große Sorgen zu machen. Noch weniger von Nutzen ist es, darüber zu reden. Mit unseren Worten geben wir unserem Herzen Vorgaben und wirken so auf unsere geistige Gesundheit ein. Denken Sie also daran, dass ihre Worte wie ein Steuer­rad sind, das Ihr Geschick leitet.

Sitzhaltung

Unsere Füße sind das Fundament unseres Körpers. Aus diesem Grund sind auch die Zehen von ganz besonderer Bedeutung; es kann sehr von Nutzen sein, die Seiza-Haltung einzunehmen. Diese Sitzweise ist dann kor­rekt, wenn wir die Beine untereinander schlagen und aufrecht auf den Fußsohlen sitzen. Die Wirbelsäulen-Bewegungen, wie Vor- und Rückwärtsbeugung, rechte und linke Beugung und die Rotation in beide Richtungen können jeden Tag in der Seiza-Haltung praktiziert wer­den, um auf diese Weise Schmerzen oder Bewegungen, die unangenehm sind, zu lokali­sieren. Die Sotai-Bewegung ist die ungestörte Bewegung in die entgegengesetzte Richtung.

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Seiza
Therapie

Der Therapeut sollte beim Untersuchen und Korrigieren der druckempfindlichen Stellen nicht zu ängstlich bemüht sein. Die empfind­liche Stelle am Körper verhält sich zur zugrun­deliegenden Störung und zum Zentralnerven­system wie das Bild, das von einem Projektor auf eine Leinwand geworfen wird. Die Bilder oder „Schatten“ erscheinen auf der Leinwand, weil ein Dia zwischen den projizierenden Lichtstrahl und die Leinwand gebracht wird. Die Bilder wechseln jedes Mal wenn das Dia wechselt. Es ist sinnlos, lediglich die „Schat­ten“ auf der Leinwand einfangen zu wollen. Man vermutet, dass abnorme Druck-Empfindlichkeit häufiger im Bereich der Muskelpro­teine – vergleichbar mit dem Dia – als im Bereich der Neurotransmitter – vergleichbar mit der Leinwand – zu suchen ist.

Methode

Der Autor des vorliegenden Buches begann mit seiner medizinischen Praxis mit knapp dreißig Jahren im unmittelbaren Anschluss an seine Arbeit als Wissenschaftler in der Neurophysiologie. Seit dieser Zeit hat er Tausende von Patienten mit einer Vielzahl von Beschwerden behandelt. Während all dieser Jahre klinischer Erfahrung, hatte er die Mög­lichkeit, die Brauchbarkeit der verschiedenen traditionellen Heilmethoden Japans zu über­prüfen. Schließlich kam er zu dem Schluss, dass ihnen allen ein roter Faden zugrunde lag: Alle diese Methoden praktizierten eine Form der externen Stimulation, um die Gesundheit eines Menschen wiederherzustellen.

Die Technik, eine Rückwärtsbewegung in die ungestörte Richtung auszuführen und am Ende sofort die Spannung zu lockern, wurde 1920 von Michio Takahashi, dem Begründer der Seitai-Schule, entwickelt. Diese Ent­deckung ist es wert, in den Annalen der Medi­zingeschichte besonders erwähnt zu werden.

Gesundheit ist das natürliche Ergebnis der richtigen Lebensweise. Die Verantwortung für die eigene Lebensweise muss jeder für sich selbst übernehmen, niemand kann sie einem abnehmen. Das zu verstehen ist die Grundlage dafür, die Gesundheit wiederherzustellen und zu erhalten. Yoga und viele andere Schulen lehren diesen Grundsatz seit Tausenden von Jahren, doch nirgendwo sind die Prinzipien der Bewegungslehre so wie hier beschrieben. Es ist zu hoffen, dass in Zukunft ein umfassende­res Verständnis aller Heilmethoden durch den hier angebotenen Ansatz erreicht wird.

aus: Sotai, Diagnostik und Therapie gestörter Bewegungsformen

Das Buch ist schon seit vielen Jahren vergriffen und wird deshalb sehr teuer antiquarisch angeboten.

Eine wesentlich günstigere Alternative und ein für westliche Leser methodisch besser aufbereitetes Buch kommt im Juni in einer neuen Auflage heraus. Das Buch ist von Kenji und Ulla Hayashi.

Sotaiho eine Methode zur Förderung der Gesundheit

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Kenji Hayashi zeigt eine Sotaiho-Bewegung

 

Dr. Hashimoto machte die Erfahrung, dass bei angenehmen Bewegungen, bei Bewegungen zu einer schmerzfreien Richtung, die Verspannungen nachließen und auch die Fehlstellungen im Knochenskelett zurück gingen. Dieser Effekt verstärkte sich, wenn der Patient bei den Bewegungen bewusst Atmung und Körperentspannung einsetzte. Als Folge der Übungen kam nicht nur der Körper wieder ins Gleichgewicht, Dr. Hashimoto bemerkte auch, dass sich die Psyche und die allgemeine Gefühlslage zum Positiven entwickelten und gleichzeitig eine Verbesserung, bzw. Heilung der Krankheit zu beobachten war.

Text: Schule für Atmung und Bewegung, Hannover

Nächstes Sotaiho-Seminar in Lichtenfels:

19./.20.09.2015

 

Klicken Sie auf den untenstehenden Link, dann öffnet sich die Seminarausschreibung.

 Sotai Seminar 2015

 

Sotaiho – Atemübung

Die Basis-Atemübung beim Sōtaiho wird im Liegen durchgeführt. Dadurch ist es leichter, die Abläufe, Vorgänge und Bewegungen im Körper zu spüren und es muss nicht zusätzlich noch auf eine korrekte Körperhaltung geachtet werden.

Körperhaltung bei der Sōtai-Atemübung:

 Atemübung 01

  • auf dem Rücken liegen
  • die Hände auf den Bauch legen
  • die Knie aufstellen und locker aneinander legen
  • die Füße stehen ca. schulterbreit auseinander
  • die Zehen sind etwas nach innen gedrehtund werden leicht auf den Boden gedrückt

Die Übung beginnt immer mit der Ausatmung. Wenn alle Luft aus den Lungen geflossen ist, entsteht automatisch das Bedürfnis tief einzuatmen.

Einatmung:

Atemübung 02

Die Einatmung erfolgt durch die Nase.Dabei soll der Bauch dick werden. Das heißt, es wird nach unten in den Bauch geatmet. Ebenso wölbt sich der Rücken nach oben, so dass die Wirbelsäule eine leichte Hohlkreuzposition einnimmt und ein Hohlraum zwischen Boden und Wirbelsäule entsteht.

Haltephase:

 

Nach dem Einatmen, der Mund ist geschlossen, wird die Luft im Körpermittelpunkt gehalten. Auch die Konzentration wird auf die Mitte des Unterbauchs, bzw. wird nach innen in die Mitte des Bauchraums gerichtet (beim Budo wird dieser Punkt Tanden  genannt).Schulter, Brust und Kehle sollen nicht unter Druck stehen, sondern locker gehalten werden. Das heißt, die Kehle ist noch offen, so dass Luft hinein oder hinaus fließen kann. Der Bauch bekommt automatisch eine natürliche Dicke und natürliche Spannung, wie auch beim Lachen. Diese Spannung darf nicht selbst erzeugt werden, indem die Muskeln angespannt werden! Die Phase sollte nicht zu lang sein. Es gilt auch jetzt das Sōtaiho-Prinzip: Die Atmung soll angenehm sein.

Ausatmung:        

Atemübung 03

 Nach der  Haltephase  wird langsam  und  ruhig mit der Ausatmung begonnen, durch Nase oder Mund.Wenn die Luft aus dem Bauch fließt, zieht sich der Bauch zusammen, er wird flach. Je mehr Luft nach außen geschickt wird, desto stärker ist diese Bewegung und gegen Ende bildet sich eine „Kuhle“. Es ist spürbar, wie die Wirbelsäule sich senkt. Sie wird „rund“ und berührt den Boden. Dabei „rollt sich das Steißbein hoch“ und das Schambein hebt sich. Dadurch entsteht eine natürliche Spannung, es sammelt sich Kraft und Energie im Unterbauch.

Während des Ausatmens ist der Zustand des Afterschließmuskels (Anus) wichtig. Er wird locker gelassen, ist aber automatisch geschlossen.Am Ende der Ausatmung, bevor die Einatmung beginnt, schließt sich der Muskel normalerweise wieder von selbst fester. Falls das wegen Krankheit oder anderen Körperproblemen nicht der Fall ist, bewusst den Aftermuskel schließen, aber nicht zu stark, sonst bekommt man einen roten Kopf und die Schultern verspannen sich. Wichtig: Beim Ausatmen nicht übertreiben und zu stark ausatmen.

Beim anschließenden Einatmen lockert sich die natürliche, durch die Ausatmung entstandene Spannung wieder, und der Bauch wölbt sich wieder nach oben.

Sie können das Sotaiho-Buch mit ausführlichen Erklärungen, Fotos und genauen Anleitungen zu den Übungen bei den Autoren erwerben (ca. 100 Seiten). (Das Buch ist als Arbeitsunterlage gedacht und hat darum eine Spiralbindung.)

Kosten: 15, – Euro + 2,- Euro Versand (europäisches Ausland:  4,- Euro Versand). Bitte überweisen Sie den Betrag auf das Konto: Ursula Hayashi,  Sparkasse Hannover
Konto 1008002,
BLZ 250 501 80IBAN: DE23 2505 0180 0001 0080 02
SWIFT-BIC: SPKHDE2HXXX

Vergessen Sie bitte nicht, Ihre Adresse mit anzugeben oder mir Ihre Adresse zu mailen!

E-Mail:  Hayashi@taido-hannover.de

Jeweils im September findet bei uns im Dojo ein Seminar Sotaiho statt. Es werden u.a. Techniken alleine und mit Partner geübt. Das Buch kann auf dem Seminar ebenfalls erworben werden.

Sotai Seminar 19./20.09.2015